00:46:32 09.02.2012
Berlin, Germany

Berlin, den 9.07.2010

Im Jahr 2009 haben die deutschen Warenversender erstmals mehr Umsatz über das Internet erwirtschaftet als auf herkömmlichen Wegen wie dem Katalog beispielsweise. Auch Bestellungen über das Telefon und mit Bestellschein sind rückläufig. Der boomende Versandhandel wird weder von der Wirtschafts- und Finanzkrise noch vom dem Aus von Quelle betroffen, er wird aller Voraussicht nach dieses Jahr um 2,7 Prozent auf 29,9 Milliarden Euro stiegen, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) prophezeit. Für die Prognose bezieht er sich auf eine repräsentative Verbraucherbefragung des Marktforschungsinstituts TNS-Infratest.

"Die zwei Milliarden Euro, die der Versandhändler Quelle einst umgesetzt hat, haben sich geräuschlos auf die verbliebenen Unternehmen verteilt", sagte der BVH-Präsident Thomas Lipke auf einer Pressekonferenz in Hamburg. Dem entsprechend erwartet er auch einen Anstieg des Versandhandels am gesamten Einzelhandelsumsatz auf 7,6 Prozent (Vorjahr 7,4 Prozent). Dieser Wachstumstrend wird auch in den nächsten Jahren nicht stagnieren, wie Liebke, der Geschäftsführer der Outdoor-Kette Globetrotter, weiß. Dies liege am Internet, über das im vergangenen Jahr mehr Umsatz erwirtschaftet wurde als auf herkömmlichen Wegen und an den damit verbundenen Möglichkeiten.

Zum einen beginnen viele Unternehmen erst ihre Produkte auch über das Internet zu vertreiben, zum anderen könne man bald auch mit den Smartphonen neue Zielgruppen im Online-Shopping ansprechen. Auch in der Verbindung zu Plattformen wie Facebook, StudiVZ und Twitter sieht Lipke neue Geschäftsmöglichkeiten. Die Online-Bestellungen dürften dieses Jahr noch auf fast 60 (53,3) Prozent des Versandhandelsumsatzes steigen. Dennoch verliert der gute alte Katalog nicht an Charme. Vielmehr sei es so, dass zuerst im Katalog geschmökert würde, bevor im Internet bestellt wird, wie die Umfrage bestätigt: 68 Prozent aller Internetkunden informieren sich vor dem Online-Kauf im Katalog.